Der Experte - Raymund Henny

Experte Raymund Henny

Seit 15 Jahren ist Raymund Henny bei Rentokil tätig und für die gesamte Service-Abteilung mit über 30 Mitarbeitern verantwortlich.

Als ausgewiesener Schädlingsexperte wundert er sich oft, wie leichtsinnig Unternehmen mit Befallsrisiken umgehen.

Wie entstand Ihr Interesse für Schädlingsbekämpfung?

Tiere allgemein haben mich schon immer fasziniert. Entscheidend war für mich immer, dass sowohl der Mensch wie auch die Tiere ihr Refugium hatten, in dem sie sich wohlfühlen. Aus diesem Grund hat es mich interessiert den Menschen möglichst Lösungen zu präsentieren, wie sie ihre Umgebung möglichst angenehme, das heißt schädlingsfrei halten können.

Seit wann sind Sie bei Rentokil und was war Ihre erste Aufgabe?

Ich habe vor über 10 Jahren bei Rentokil als Service-Techniker angefangen, und konnte anschließend die Stelle als Assistent des Biologen übernehmen. Heute bin ich für die ganze Service-Abteilung mit über 30 Mitarbeitern verantwortlich.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besondere Freude?

Die äußerst vielseitigen Aufgabenstellungen, die ständigen Herausforderungen, Gratwanderungen, Suche nach Problemlösungen mit Kunden, Behörden und Mitarbeitern, und last not least: Die Arbeit in einem erfahrenen Team von kenntnisreichen und einfallsreichen Kollegen.

Und was empfinden Sie als Herausforderung?

Unsere Mitarbeiter so weit zu bringen, dass sie unseren Kunden jederzeit die optimale Lösung für das bestehende Schädlingsproblem oder die Schädlingsprävention bieten können. Keine Chance für Schädlinge und dabei keine Gefahr für den Menschen und seine Schutzgüter. Das ergibt sich auch durch die immer strengeren gesetzlichen Beschränkungen. Außerdem wird die Bekämpfung bestimmter Schädlingsarten in einigen Bereichen immer schwieriger.

Was wird die größte Herausforderung für die Schädlingsbekämpfung in den nächsten 5 Jahren?

Unseren Kunden die Sicherheit zu vermitteln, dass sie die heutigen Wirkstoffe - sachgerecht angewendet - nicht gefährden. Die möglichen Auswirkungen der Schädlingsbekämpfung auf die Umwelt werden auch in Zukunft heiß diskutiert werden und wir müssen uns dieser Diskussion stellen. Wir müssen unsere Methoden, Produkte und Schulungsinhalte so gestalten, dass das Risiko für Mensch, Haustier, Vorräte und Material minimal ist. Es sind große Anstrengungen und Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt worden, was sich in den medialen Berichterstattungen leider nicht widerspiegelt, hier rangiert häufig der Skandal vor der Wahrheit. Eine große Herausforderung im Spannungsfeld der Gewerbetreibenden, denn die können sich Schädlinge in ihren Betrieben wirklich nicht leisten.

Man sagt, Sie seien besonders umweltinteressiert. Lässt sich das mit Ihrem Beruf vereinen?

Ja absolut, obwohl man das anfangs auch nicht gedacht hätte. Doch die Schädlinge, die wir bekämpfen, leben in der Regel nicht in der Natur, sondern in Gebäuden und Anlagen des Menschen. Genauso wenig wie Nutztiere zur Umwelt gezählt werden ist es mit den Unnutztieren, den Schädlingen, z.B. im Getreidesilo. Die genaue Kenntnis der Biologie und Lebensweise der Arten, ob Insekt oder Wirbeltier, ist für das wirksame Schädlingsmanagement unabdingbar. Das gilt auch für jene Arten, die wir gar nicht bekämpfen wollen, und ist die Voraussetzung für Vermeidung von Umweltschäden. Viele Schädlingsbekämpfer interessieren sich auch in ihrer Freizeit für die Natur oder sind sogar Mitglied in Umweltorganisationen.

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